Donnerstag, 22. November 2012

Darf ja wohl nicht war sein!

Regelmässig bekomme ich Post von diversen Verfolgern, meines Blogs, die mir da Ihre Probleme mit dem Auswandern, in diverse Länder, insbesondere Spanien, und, seitdem ich in der Schweiz bin, auch dazu, schildern.

Ich hatte es ja schon vor längerer Zeit, im Blog, schon einmal angesprochen, prinzipiell vermittle ich gar nichts, allerdings hab ich mich manchmal dazu bewegt gefühlt, emails zu schreiben, in denen ich Tips gab, oder an wen man sich wenden kann. Auch hab ich, aufgrund persöhnlicher Erfahrungen, von mancher Firma abgeraten, was manch einen nicht davon abhielt, sämtliche Betrüger- und Abzock-Firmen Spaniens und Deutschlands, abzugrasen!
Das wär ja an sich noch nicht so schlimm, aber ich bekomm dann immer emails - auf die ich aber schon länger gar nicht mehr antworte, wo mir dann alles erdenkliche Elend geschildert wird...

Ich selber hab mir immer alles selbst organisiert und hatte immer ein gutes Auskommen mit meinen Chefs. Natürlich hab ich vielleicht nicht immer am besten verdient, aber dafür passten die anderen Sachen, sowas muss jeder für sich selber entscheiden.

Hier, in der Schweiz, wo ich seit 2 Jahren (mittlerweile schon wieder), bin, fliessen natürlich auch nicht Milch + Honig. Wer sucht, findet allerdings einen ordentlichen Job, mit entsprechend guter Bezahlung, auch als Chauffeur. Dazu muss man natürlich die Landesgepflogenheiten kennen, in CH ist es quasi normal und wird erwartet, das man selbst ladet und beladet, internationalen Verkehr gibts so gut wie gar nicht, eher tägliche, bzw. wöchentliche Heimkehr. Oftmals hat man Stückgut und, etsprechend der "Grösse" des Landes, viele Lade-/ Abladestellen, dazu noch mit Rampen, die oft knifflig anzufahren sind, niedrige Decken, per Ladobordwand/Hubwagen, oder Seiten-Entladung, das ganze evtl. auch noch mit nem Anhängerzug oder Citysattel...  Dafür sind die Fuhrparks aber ziemlich modern, oft grosse Kabinen, usw.

Natürlich gibt es auch in der Schweiz viele "schwarze Schafe", unter den Transportunternehmen. Man sollte also darauf hören, was die Kollegen so erzählen, ich kenne einige, die auch hier 2-3 mal auf die Schnauze gefallen sind, bis sie endlich einen Glücksgriff gemacht haben.
Inzwischen leidet auch die Schweiz zunehmend unter Billig-Arbeitskräften aus dem Ausland, insbesondere Grenzgänger aus F, I und neuerdings immer mehr aus D.
Da gibt es tatsächlich Leute, die für 3000 SFR brutto, plus paar Spesen, anheuern, was nun hierzulande unter jedem Niveau ist, jede Putzfrau verdient mehr!!! Man denkt, ja, in D kann ich davon gut leben... Ja, aber wenn dann mal Abgaben und Krankenkasse bezahlt sind, die Kosten für den Weg zur Arbeit, Miete und, um es mal bei der Legalität bleiben zu lassen, auch die deutschen Steuern bezahlt sind (Doppelbesteuerungsabkommen mit D), dann hast da nix mehr übrig!!!  Dann könntest auch gleich Harz4 beziehen, da fährst besser.
In der Schweiz liegt übrigens der Sozialhilfesatz bei, durchschnittlich, 2800 SFR...

Da braucht man sich nicht zu wundern, das der Ruf nach Begrenzung des Zustroms, von Ausländern, hierzulande immer lauter wird, weil, oftmals halten die Leute es dann nur kurze Zeit aus und verschwinden wieder, die Arbeitgeber erhöhen die Löhne aber nicht wieder!

Ich rate Euch also allen, egal in welchem Job, ob Chauffeur oder Zimmermann, verkauft Euch nicht zu billig, am Ende seid Ihr die Dummen.
Da gibt es genug Seiten, im web, wo man sich belesen kann, was so übliche Löhne, in CH sind, was das durchschnittliche Familieneinkommen, monatlich, ist, usw., daraus kann jeder selbst ableiten, wieviel man zu bekommen hat.

Über Spanien will ich nun hier gar nicht erst reden, da ist jeder Zug abgefahren!! Seht endlich mal der Realität ins Auge! Heutzutage muss man dahin gehen, wo die Arbeit ist! Hier billig wohnen und dort arbeiten und Geld verdienen, ist nicht mehr. Als Chauffeur kann man sich da sowieso alles abschminken, oder willst Du für 1800 Euro netto den ganzen Monat unterwegs sein?? JedeWoche daheim, das ist auch vorbei! Rechne mal die Stunden gegen, jeder Sozialhilfe-Empfänger lacht sich schlapp :-)
Und ausserdem, bei der Arbeistlosenquote, da haben sie alle ewige Wartelisten und kündigen wird da keiner von selbst. Die Firmen, die in solchen Zeiten Fahrer suchen, sind eh Betrüger/Abzocker!

Übrigens, ALLE, die ich kenne, sind mittlerweile aus Spanien abgehauen, haben jetz nen ordentlichen Job in der Schweiz oder Deutschland, einige auch nicht mehr als Fahrer, denn, in den meisten Jobs gibts eh mehr Geld und man hat was vom Leben.

So, Freunde, ich musste das einfach mal loswerden.
Ich wünsche Euch allen, Alles Gute!

Kommentare:

Svenja hat gesagt…

Hi,

Nun ich bin (Gott sei dank) seit fast 3 Jahren komplett aus dem Speditionsgeschäft raus und bereue nicht eine einzige Minute über meine Endscheidung.
1800€ auf`m Lkw?..Wahnsinn!

Jetzt fahre ich Bus, bin bei der Stadt angestellt, und für mich undenkbar das ich mir was anderes suche.

Es sind nicht immer die Deutschen in den letzten Jahren gewesen die um (fast) jeden Preis gefahren sind.
Bulgaren, Rumänen, Polen, und und und.

Gruß Svenja aus Berlin

Rollin' Max hat gesagt…

Ja, ich hab mich ja in erster Linie auf die Schweiz bezogen, da gibts keine Rumänen/Bulgaren - als ausführende Unternehmer. Als Arbeitnehmer schon. Allerdings sind die meisten Grenzgänger hier, die teilweise für Dumpinglöhne arbeiten, Franzosen, Deutsche und Italiener. Ein Dumpinglohn hier kann in D immer noch ein gutes Gehalt sein - wenn man keine Steuern zahlt... ;-)

Ciao, Rollin' Max